Doberaner Tea Time – Jagerteekonzentrat selbst herstellen

Wer wie ich demnächst Bergfest feiert, öffnet sich langsam aber sicher den Köstlichkeiten, die südlich der Elbe locken. Den auf Weihnachts- und Wochenmärkten völlig überteuerten und gepanschten Glühwein kann man nach 44 Jahren nicht mehr sehen und auch Glögg verliert langsam seinen kulinarischen Reiz während mir Feuerzangenbowle nur noch zum gleichnamigen Klassiker mit Heinz Rühmann schmeckt.

Jagertee, beim Skifahren kennengelernt, vorerst ob seines Geschmacks abgelehnt, dann doch lieben gelernt, kommt mir als Erlöser aus diesem Dilemma sehr recht.

In Super- und Getränkemärkten gibt es Jagerteekonzentrat, welches in Teilen von 1:2 bis 1:7 mit heißem Wasser gemischt werden und so ein wärmendes Heißgetränk entstehen lassen. Gelegentlich bekommt man in Discountern und auch beim ortsansässigen Repo-Markt das Konzentrat. Diese günstigen Alternativen zum teuren Stroh Jagertee sind allerdings schnell vergriffen.

Schaut man sich im Internet um, findet man leicht und schnell gängige Rezepte und Variationen rund um die Zubereitung des Jaga-, Jager-, Jägertees, welcher nur so genannt werden darf, wenn er in Österreich hergestellt wurde. Die Suche nach einem Rezept für die Herstellung des so praktischen Konzentrats, welches eine Alkoholkonzentration von 40% – 60% aufweist, bleibt allerdings ergebnislos. Die Frage danach wird oft gestellt, allerdings dann nur mit Verweis auf Rezepte zur Herstellung des fertigen Getränks beantwortet.

Ich habe mich einmal versucht das Konzentrat selbst herzustellen und kann mit einigermaßen gutem Ergebnis aufwarten. Man muss wissen, dass in den Konzentraten allerhand Gewürze und Zusatzstoffe vertreten sind, über welche sich die Hersteller ausschweigen.Extrem süß ist das Konzentrat ebenfalls. Ich habe mich also an dem gängigen Rezept für das Originalgetränk orientiert, welches folgende Zutaten verwendet:

Stroh 80 Rum

Schwarzer Tee

Obstler (ca. 40 %)

Rohrzucker

Nelken

Zimtstangen

Verwende ich also ca. 1,5 Liter Schwarztee und mische das mit 1 Liter Stroh 80 Rum und 0,7 Liter Obstler erreiche ich nicht ganz die 40% des Konzentrats, bin aber dicht dran und gebe dann eben ein Schlückchen mehr beim Mischen dazu.

Hier nun also die Herstellung meines Doberaner Kellerswald-Tee

Zutaten:

1,5 Liter Schwarztee

1 Liter Stroh 80 Rum

0,7 Liter Obstler (um die 40%)

750 Gramm Rohrzucker

6 Nelken

2 Zimtstangen

6 getrocknete Minzblätter aus dem Garten (für die eigene Note)

Zubereitung:

Schwarztee kochen und mind. 15 Minuten ziehen lassen. Gerne etwas mehr, damit sich ein starker Sud bildet, anschließend Teeblätter, Beutel oder Filter entnehmen, damit der Tee nicht zu bitter wird

Schwarztee in einen Topf geben und Zucker darin auflösen, Alle Gewürze zugeben und aufkochen, dann 45 Minuten ohne Wärmezufuhr mit geschlossenem Deckel ziehen lassen

Mischung in einen größeren Topf absieben, Zimtstangen mit in den größeren Topf geben

Rum und Obstler hinzufügen und vermischen

auf keinen Fall mehr kochen, da der Alkohol sich sonst verflüchtigt

abschmecken, es muss schon sehr penetrant süß sein

Wer nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen oder arbeiten muss, kann jetzt testen:

Im Verhältnis 1:4 ganz kleine Testgetränke herstellen (1 Teil der Mischung, 4 Teile heißes Wasser) und kosten. Wenn es nicht süß genug ist, Zucker in die Mischung. Ich empfehle, es nicht zu süß zu machen, jeder kann im fertigen Getränk später nachzuckern.

Auch kann man jetzt experimentieren und andere Zutaten hinzufügen. Es gibt Variationen mit folgenden Addons:

Orangenschale (bio und ungewachst)

Rotwein

Orangensaft

Spiced Rum (Bacardi Oak Heart, Captain Morgan Spiced Gold, Silverstone Spiced aus dem Aldi, welcher überraschend gut als Spiced Rum abschneidet https://www.youtube.com/watch?v=QwQu-JVifJ4 ), dafür ggf. weniger Obstler oder Stroh 80 verwenden

Das Ganze dann in Flaschen abfüllen, kühl und dunkel lagern. Durch den hohen, konservierenden Alkohol- und Zuckergehalt lässt sich das ganze jahrelang auch ohne Kühlung lagern. Der Geschmack wird deutlich aromatischer, wenn das Konzentrat ein paar Wochen ruht. Warten lohnt sich in dem Fall, auch wenn es nicht leicht fällt.

Ich habe fünf große Flaschen mit diesem Rezept erhalten. Vielleicht wählt ihr eher die Hälfte der Zutaten oder füllt euch zwei Flaschen Originalrezept ab und experimentiert mit der restlichen Mischung.

Viel Spaß beim Experimentieren und Genießen.

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